„Teddydoktorin“ bürgt für gut versorgte Patienten

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 Bärig gut geht es beim „Kliniktag“ im Kressbronner Teddybärenhotel zu. Und sogar dem ramponierten „Bärli“ (gelb, Bildmitte) kan Bärig gut geht es beim „Kliniktag“ im Kressbronner Teddybärenhotel zu. Und sogar dem ramponierten „Bärli“ (gelb, Bildmitte) kann „Teddydoktorin“ Andrea Meyenburg (rechts) helfen. Freude auch bei Hotelchef Peter Marschall, Renate Fischer und Thomas Meyenburg (von links). (Foto: big)

30. Juni 2019
Brigitte Geiselhart

Kressbronn - Gesamtzustand: ziemlich übel. Beide Beine sind ab. Die Pfoten haben auch schon bessere Zeiten gesehen. Das linke Ohr macht gar keinen guten Eindruck. Auch der kuschelige Bauch wurde im Lauf der Jahrzehnte doch schon recht „abgeliebt“. Kurz gesagt: „Bärli“ braucht dringend eine Operation – vielleicht sogar mehrere. Und da war es beim „Kliniktag“ am Samstag im Teddybärenhotel in Kressbronn genau an der richtigen Adresse – seine Besitzerin Renate Fischer auch. Sie hat sogar eine anstrengende siebenstündige Bahnfahrt von Regensburg an den Bodensee in Kauf genommen. Dass ihrem kleinen Liebling geholfen werden kann, davon ist sie überzeugt – „Teddydoktorin“ Andrea Meyenburg sei Dank. Allerdings muss schon ordentlich viel Arbeit investiert werden. „Ich glaube schon, dass der heutige Tag gut gefüllt wird“, ist sich die Expertin sicher.

Auf was kommt es bei der Restauration von Teddybären an? Zu aller-erst auf die nötige Erfahrung, um die richtige „Diagnose“ zu erstellen. Sticharten und Materialien gehören zu den Basics. Reißfestes oder normales Nähgarn? Auch diese Frage ist je nach Beschaffenheit des Bären zu klären, wie Andrea Meyenburg weiß.

Im Hauptberuf ist sie IT-Projektleiterin und kommt aus Fischen im Allgäu, die sich einem ganz besonderen, auch sehr kreativen Hobby mit großer Leidenschaft verschrieben hat. Teddybären werden von ihr nicht nur fachkundig restauriert, sondern auch selbst entworfen und allesamt handgenäht. „Die Mitglieder der Meyenbären-Familie sind aus Mohair, Alpaca oder Plüsch“, erklärt die „Bärenmacherin“. Zu ihren Kunden zählen Sammler, Erwachsene, die ihr Spielzeug aus längst vergangenen Tagen gerne wieder in gutem Zustand sehen möchten, natürlich aber auch Eltern, deren Kinder ihren geliebten Teddy, der womöglich einen schweren „Unfall“ hatte, endlich unversehrt in die Arme schließen möchten.

„Mir war kein Weg zu weit“, räumt inzwischen Renate Fischer ein, die seit 40 Jahren Teddybären sammelt. „Bärli“ hat sie bei einem Flohmarktbesuch gefunden. Dem Anschein nach dürfte es aus den 1950ern stammen. „Wie bekommt man die Pfotenbeläge hin, dass es so aussieht, als wären sie von links genäht?“ Natürlich wird auch diese Frage kompetent beantwortet. Nadel und Faden kommen zum Einsatz, eine Nähmaschine nicht. Wie auch immer: „Bärlis“ Chancen auf vollständige Genesung stehen gut. Am Ende des Tages wird Renate Fischer ihren Schatz wieder gesund mit nach Hause nehmen dürfen, so viel ist sicher.

„Mal was anderes zu machen“, das war die Idee, als Peter Marschall 1999 sein Haus in „Teddybärenhotel“ umbenannte. Zusammen mit seiner Frau Claudia führt er den Familienbetrieb mittlerweile in der dritten Generation.

Dass das Hotel seinem Namen gerecht wird, das darf man auf Schritt und Tritt erkennen. Im Eingangsbereich, im Restaurant, auch in den thematisch gestalteten Hotelzimmern – sogar in den Toilettenräumen sind Teddybären unterschiedlicher Hersteller, unterschiedlicher Größe und Machart allgegenwärtig und verleihen dem Haus einen individuellen Charme. Und wer im Restaurant „Mensch ärgere dich nicht“ spielen will – bitteschön. Logisch, dass die Spielfiguren in diesem Fall gläserne Haribo-Bären sind. „Insgesamt dürften schon so rund 1500 Bären zusammenkommen“, sagt Peter Marschall, der natürlich auch privat ein Faible für Teddybären hat. Mehr sogar: „Ich habe meine Frau bei einem Teddybärenstammtisch kennengelernt“, verrät der 48-jährige zweifache Familienvater.


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